Im Jahr 1926 wurde in Gettenau ein neuer Musikverein
gegründet, nachdem der zuvor bestehende Musikverein , von dem genaue
Daten leider nicht mehr bekannt sind, im 1. Weltkrieg untergegangen war.
Von einigen Bürgern des Ortes wurde dieser Verein als "totgeborenes
Kind" bezeichnet. Trotz einer Unterbrechung der Vereinstätigkeit
durch den 2. Weltkrieg konnte sich der Musikverein nunmehr doch über 70
Jahre hinweg behaupten.
Grundlage hierfür war eine gewisse Beständigkeit in
der Vereinsführung und in der musikalischen Leitung des Vereines. Die überwiegende
Zahl der Vorsitzenden und der Dirigenten standen dem Verein über einen
sehr langen Zeitraum vor, wie die Darstellung der Vereinsgeschichte bestätigt.
Eine weitere Grundlage ist und bleibt immer die
Jugendarbeit. Wem es nicht gelingt, die Jugend zu seinem Verein zu führen,
kann den Fortbestand des Vereines nicht sichern.
Ein neuer Versuch der Jugendarbeit wurde Ende des
Jahres 1995 aus der Not der bestehenden Tatsache geboren. Die Musikvereine
Gettenau und Echzell haben ihre Jugendarbeit zusammengelegt und betreiben
nunmehr eine gemeinsame Jugendkapelle, um durch eine ausgewogene Besetzung
der Jugend die Freude am Musizieren besser vermitteln zu können. Auch mit
der Freiwilligen Feuerwehr, mit der wir gemeinsam unser Jubiläum begehen,
verbindet uns einiges. Nicht nur sind zahlreiche Mitglieder in beiden
Vereinen aktiv, so war auch in alter Zeit die Musik in Form der Signalhörner
ein wesentlicher Bestandteil des Rettungsdienstes. Gerade in Gettenau gibt
es hier eine alte Verbindung dadurch, dass die Alarmierung der Feuerwehr
über die damals übliche Signaltrompete stets durch Mitglieder des
Musikvereines, die in beiden Vereinen aktiv waren, erfolgte. So waren zunächst
Albrecht Wenzel und Hermann Weitzel, danach Hermann Ostheim als
Signalhornbläser tätig, diese Aufgabe übernahmen danach Artur Wenzel
und Kurt Wenzel bis zur Installierung der Feuersirene.
Diese noch heute bestehende gute Verbindung der
beiden an aktiven Mitgliedern schwachen Vereine bewog uns, zu den
zusammentreffenden Jubiläen ein gemeinsames Fest abzuhalten in der
sicheren Gewissheit, dass sich hierdurch die Zusammenarbeit der
Ortsvereine, die zur Aufrechterhaltung des kulturellen Lebens einer
Gemeinde notwendig ist, noch verstärken wird.